Eco System Haus Fazit

Letztendlich muss man am Ende eines Projektes schauen, was alles positiv und was negativ gelaufen ist. Auch muss man für sich abwägen, was einem wichtig ist.

Ich würde aufgrund einiger Punkte nicht noch einmal mit Eco System Haus bauen, die ich wie folgt erläutern will. Um es vorab klar zustellen, bewerte ich damit Eco System Haus als Generalunternehmer, nicht die einzelnen Gewerke der Handwerkerbetriebe (jedoch das Gesamtbild). In meinen Augen lagen die Aufgaben bei Eco System Haus bei der Überwachung/Kontrolle der einzelnen Gewerke und dessen Koordinierung. Und hier bin ich nicht wirklich zufrieden. Auch zeigt ja letztendlich das Resultat die Ansprüche von Eco System Haus – oder wie sagte unser Bauleiter immer: „Ich will durch die Straßen fahren können und ein Eco System Haus wiedererkennen können“. Bei unserer Verklinkerung kann man das wirklich auf Anhieb (mehr weiter unten).

Termine

Es war nicht möglich Termine langfristig zu planen. Hier kann ich mehrere Beispiele nennen.

  • Gründung: Bei der Gründung wollte Plamann GbR einen horrenden Preis für die Beseitigung des Aushubes. Ich habe also gesagt, dass wir dies dann koordinieren müssten und habe um entsprechende Termine für den Aushub genannt. Hier habe ich keine Termine genannt bekommen und somit war mir eine Abfuhr durch ein Drittunternehmen verwehrt geblieben und ich musste den Preis von Plamann GbR „schlucken“.
  • Hausanschlüsse: Die Hausanschlüsse sind bei uns ganz ungünstig gelaufen. Durch ständige Verzögerungen im Bau mussten wir diese drei Mal koordinieren. Beim ersten Mal habe ich eine Woche vor dem Termin beim Bauleiter nachgefragt und erst dann habe ich die Informationen erhalten, dass ich Sie doch verschieben sollte; eine aktive Terminbesprechung seitens des Bauleiters blieb aus. Beim zweiten Termin wurden die Absprachen nicht erfüllt und die Unternehmen sind unverrichteter Arbeit wieder abgezogen. Hier hätte der Bauleiter den korrekten Abbau des Gerüstes in meinen Augen überwachen müssen. Selbst beim dritten Versuch ging nicht alles glatt und der Baustromkasten konnte nicht in den HTR versetzt werden – trotz Absprache. Das ärgerlichste hierbei ist, dass mir auch noch „Unwahrheiten“ aufgetischt wurden, warum der zweite Termin nicht funktioniert hat („Unternehmen sind nicht erschienen“).
  • Auch andere Termine wurden nicht eingehalten und wir wurden nicht informiert. Z.B. die Fertigstellung der Dachüberstände. Hier waren wir dann zweimal auf der Baustelle zum Streichen – ohne dass dies möglich war, da der Termin nicht eingehalten und nicht abgesagt wurde. Letzendlich haben wir Mittwoch Abend erfahren, dass die Bretter fertig sind und Freitag das Baugerüst früh abgebaut wird – aber das Streichen über das Baugerüst war ja ein Entgegenkommen von Eco System Haus. An einem Werktag alles zu streichen ist für einen Berufstätigen fast unmöglich. (Die Anmerkung von unserem Bauleiter war nur, dass dies ja eh nur aus Kulanz gestellt sei das Baugerüst).
  • Wir haben keinen Bauablaufplan erhalten! Teilweise kamen die Termine für uns dann auch sehr kurzfristig.
  • Die beim Verkauf besprochenen Termine wurden nicht eingehalten. Die Bauzeitgarantie ist so großzügig ausgelegt, dass man selbst mehr als vier Wochen Stillstand auf der Baustelle verkraften kann (am Stück). Auch ist in dieser Garantie die „Vorlaufzeit“ nicht enthalten und die ist bei Eco System Haus im Vergleich zu anderen Unternehmen sehr sehr lang.

Kontrolle der Gewerke

In meinen Augen steht der Generalunternehmer für die Qualität der Gewerke – und nur das macht ihn ja aus. Vergleichen kann man dies mit dem Franchise-Unternehmer (z.B. bei einer Pizza): die Vorgaben der Qualität und Zutaten werden definiert und regelmäßig überwacht. Nur so kann sichergestellt werden, dass mit dem Namen auch etwas verbunden wird. Und hier hat Eco System Haus in einem entscheidenden Punkt in meinen Augen die Anforderungen nicht erfüllt: Verklinkerung. Der Bausachverständige sagte dazu nur in etwa: „Hier sieht man aber schon wie ungenau gearbeitet wurde“ (den genauen Wortlaut kenne ich nicht mehr). Für das Bauabnahmeprotkoll hat er es dann aber nicht erwähnt – wahrscheinlich alles noch im Rahmen der Toleranzen, oder was weiß ich. Jedoch ist für mich die Frage, was man in solch einem Fall getan hätte? Klinkerfassade abreißen und nochmal von vorne – auf Kosten des Bauherren? Ausbessern – ist dies überhaupt möglich ohne, dass man das sieht?
Wenn das der Qualitätsanspruch von Eco System Haus ist, dann genügt dies meinen Ansprüchen nicht. Ob jetzt alles im Rahmen der Toleranzen/Vorschriften ist, kann ich mangels Wissens nicht überprüfen und will ich hier auch nicht bewerten – es ist rein subjektiv und dieses Gefühl will ich auch anhand der veröffentlichten Bilder transportieren.

IMHO

Vielleicht wäre ja alles anders gelaufen, wenn wir nicht gleich bei der Gründung 5000€ Mehrkosten hätten…
Vielleicht bin ich nur so kritisch, weil ich mehrmals „Unwahrheiten“ erhalten habe…
Vielleicht neige ich zu Perfektionismus…
Vielleicht müssen Klinkersteine auch so aussehen…
Vielleicht kann man im Bau keine Termine koordinieren… (s.a. Flughafen BER)

Welche Maßstäbe kann man zur Bewertung einer Hausbaufirma nehmen? Baugenehmigung, Prüfprotokoll vom Statiker, einen Blower-Door-Test und die gefundenen Mängel vom Bausachverständigen. Alles andere ist dann wohl subjektiv.

  • Statiker: Die Vorgaben zur Statik wurden eingehalten.
  • Baugenehmigung: Die Baugenehmigung wurde zuerst verwehrt, da die Abstände nicht eingehalten wurden (3m zum Nachbargrundstück). Nacharbeiten waren notwendig. Eine simple Bauanzeige war nicht möglich (Mehrkosten für Bauherren).
  • Blower-Door-Test: Dieser wurde mit 1,3 von 1,5 bestanden. Wenn man nun bedenkt, dass 1,51 der Schulnote 6 entspricht (durchgefallen, da nicht bestanden), dann kann man sich ungefähr ausrechnen, was 1,3 wohl sein könnte.
  • Der Bausachverständige war zufrieden mit der Qualität.
  • Energieausweis 57 Punkte von 57,1 erlaubten, trotz riesengroßer Süd-Fensterfront (und somit solarem Ertrag).

Sonstige schlechte Erfahrungen

Als letzten Punkt will ich auch noch ein Erlebnis vom Bauanlaufgespräch erwähnen, der mir echt schwer im Magen lag:

Gleich beim Bauanlaufgespräch wurde ich auf dieses Blog hingewiesen. Hier wurde mir gesagt, dass man mir ja keine kleinen „Extras“ zukommen lassen kann, wenn ich so detailliert im Blog schreibe, da dann jeder Bauherr diese Extras haben will. Ich solle doch keine Preise veröffentlichen und nicht so detailliert über den Ablauf berichten. Diesen Punkt sehe ich so ähnlich, wie die gute „Vereinbarung“ für Musterhauskunden: Hier erhält man für jede Vermittlung 200€ von Eco System Haus – vielleicht auch ein Grund warum 95% der Kunden Musterhauskunden werden 🙂 Ich fühlte mich also nicht als wirklich gern gesehener Kunde. Dies spiegelte sich auch in der Hausübergabe (ungeputzt mit Mörtelresten an Fenstern, …) wieder.

Im Allgemeinen

In meinen Augen hat das Generalunternehmen in den relevanten Punkten also versagt und meine subjektive Bewertung über die Verklinkerung fällt sehr negativ aus. Ende August werde ich entsprechende Bilder online stellen, damit sich jeder eine eigenen Meinung bilden kann ob die Verklinkerung schief ist oder nicht. Dazu brauche ich jedoch Zeit und die finde ich erst in meinem Urlaub Ende August.

3 Kommentare zu Eco System Haus Fazit

  1. Pingback: Long long time ago – Eine Erfahrung mit Eco System Haus | Bautagebuch Eco System Haus

  2. Pingback: Fast fertiges Dach, Elektrorohinstallation und leider kein Klinkermaurer | Bautagebuch Eco System Haus

  3. Heiko Baller sagt:

    Oh Mann ich wollte eigentlich mit ECO bauen, wir fahren nachher nach Falkensee zu einer weiteren Besprechung des Angebots, Vertrag haben wir noch keinen.

    Wenn ich aber den Blog hier so lese dann bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher…
    Wir wollten auch verklinkern. ECO meint sie schicken die Handwerker aus Norddeutschland, weil nur die Setzen einer Klinkerverblendfassade am besten beherrschen…

    VG,
    H. Baller

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